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Ringgau-Lüderbach
Infrastruktur innerhalb des Ortes
Die Lüderbacher Kirche
wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Zu dieser Zeit diente sie noch als Wehrkirche und wurde in die Richtung verteidigt, auf der sich keine Fenster befinden. Auf dieser Seite hatte sie doppelte Schießscharten. Eine davon kann man noch sehen; sie wurde später als Sakramentshäuschen umgestaltet.
Der Chorraum im östlichen Teil wurde im 15. Jahrhundert angebaut, anscheinend war die Kirche damals zu klein. Ursprünglich hatte die Kirche eine andere Dachkonstruktion. Die Tonne, wie man das jetzige Dach nennt, wurde 1785 erbaut und gibt der Kirche ihren speziellen Charakter. Die heutige Gestalt der Kirche verdankt sie einem Totalumbau von 1837/38 durch den damaligen Landbaumeister Johann Friedrich Matthei. Die Malereien in der Kirche sind zum größten Teil restauriert. Sie wurden vom Kirchenmaler Wittich aus Kassel in 1950 ausgeführt. Die barocken Wolken des Tonnengewölbes sind nach Originalvorlagen erstellt, aber nicht echt, sondern von 1950. Ursprünglich war der Himmel blau ausgemalt, und die Wölbung war mit Sternen und Engeln geschmückt. Die Engel verschwanden bei der letzten Innen - Restaurierung im Jahre 1980. Das wertvollste Stück in unserer Kirche ist der geschnitzte Flügelaltar aus dem frühen 16. Jahrhundert(etwa 1530). Es wird vermutet, dass dies, soweit bekannt, der einzige komplett erhaltene, vollständig geschnitzte, spätgotische Beweinungsaltar in ganz Deutschland ist. Ähnliche Kunstwerke findet man im Nachbarort Netra(Bruchstücke) und in Westthüringen.
Es gibt keine genauen Angaben über den Ursprung des Altars. Man weiß ebenfalls nichts über seinen Bildhauer und wie der Altar nach Lüderbach kam. In der Chronik 800 Jahre Lüderbach wird vom Fund auf dem Dachboden der Kirche 1904 berichtet.
In unserer heutigen Zeit hat die Lüderbacher Kirchengemeinde noch eine Besonderheit. Wir sind die einzige evangelisch - lutherische Kirchengemeinde im Kirchenkreis Eschwege. Juristisch gehörten wir bis 1938 zu Kursachsen. Bis dahin hatte Lüderbach auch einen eigenen Pfarrer, der Lutheraner sein mußte. Lüderbach war eine eigenständige Gemeinde ohne irgendwelche Filialen. Die Pfarrer wurden von Kurhessen eingestellt und aus der Kollektour von Eisenach besoldet. Es ist nicht bekannt, ob das irgend etwas mit der Existenz des Altars zu tun hat. Einige sagen, er wurde in Eisenach hergestellt, andere in Sachsen - Thüringen, und wieder andere erwähnen die Gegend von Franken. Keiner der Gelehrten ist in der Lage, den Ursprung genau zu bestimmen.
Vielleicht wäre dies doch ein Anreiz für Forschungen von Studenten der Kunstgeschichte.
Nur in einer Sache ist man sich anscheinend einig: Der berühmte Bildhauer Tillmann Riemenschneider könnte aus dieser Kunstschule hervorgegangen sein .
Der Altar wurde von 1950 bis 1952 in Marburg und Darmstadt und 2010 vor Ort in der Lüderbacher Kirche fachmännisch restauriert.
Als Gästeführer steht Ihnen Reiner Methe, Altefelder Straße 5 in Lüderbach, Telefon 05659 - 7578 zur Verfügung. Er bietet Ihnen Kirchenführungen mit einer detaillierten Beschreibung von Kirche und Altar an und kann Ihnen unsere weiteren Sehenswürdigkeiten erläutern.
Parkmöglichkeiten bei Kirchenführungen,
auch für Reisebusse, befinden sich gegenüber dem Anger in der Eichenberg Straße in unmittelbarer Nähe der Kirche.
Der Anger liegt vor der Kirche und neben dem Evangelischen DGH, Treffpunkt nicht nur zum Angerfest oder zu Kirchenführungen
Lüderbacher Schloss
Lüderbachs erste Erwähnung findet sich in einer Urkunde Papst Coelestins III. vom 20. Dezember 1195. Mit dieser Urkunde bestätigte der Papst dem Kloster Germerode seinen gesamten Güterbesitz, u.a. auch in dem Dorf "Luderbeche". Nachfolgend einige weitere Stationen aus der Frühgeschichte des Ortes: 1329: Ludwig von Boyneburg als Lehnsmann des Abtes zu Hersfeld belehnt Augustiner von Eschwege mit Gütern in Lüderbach. 1344: Der Rat von Eschwege entscheidet, daß die Güter nicht den Boyneburgern, sondern Helbricus von Salzungen gehören. 1360: Lutz von Nesselröden verkauft den Zehnten von 25 Hufen in Lüderbach an das Kloster Germerode. 1437: Das Kloster Eschwege besitzt in Lüderbach mehrere Güter. Ein Teil des Besitzes kam 1445 über das Augustinerkloster in Eschwege an das Geschlecht der Treusche von Buttlar zu deren Amt Brandenfels. Diese ließen um 1560 den Grundstock für das Lüderbacher Schloss mit angegliedertem Rittergut erbauen und zwar zunächst den nördlichen Teil des Haupttrakts, der damit im Untergeschoß auch der älteste ist. Nach dem 30-jährigen Krieg wurde um 1650 der Mittelteil des sog. Schlosses wesentlich umgebaut, da er (vermutlich) im Zusammenhang mit der Verwüstung des Dorfes 1635 abgebrannt war. Das vorherige Fachwerkobergeschoß wurde nun durch eine massive Aufstockung ersetzt. Die zum Rittergut gehörenden Wirtschaftsgebäude sind zumeist abgebrochen. Lediglich der erst um 1800 auf älteren Grundmauern neu erbaute Kuh- und Pferdestall (nördlicher Querbau) besteht noch. Der östliche Schafstall wurde 1890 und die südlich angrenzende Scheune 1951 abgebrochen. Seither ist das einst burgartig geschlossene Karee offen. Ferner gehörte früher eine Schlossmühle dazu. Sie stand vor dem Südgiebel und ist 1918 abgebrochen wurden. Das einst hinter dem Nordgiebel stehende Schlossbackhaus wurde 1953 abgebrochen. Es war durch Inschriftenbalken auf das Jahr 1552 datiert. Die Buttlars verkauften das Schloss im Jahre 1619 an die Herren Reinhard Scheffer den Jüngeren (der war Kanzler beim Landgrafen von Kassel) und dessen Bruder Heinrich Ludwig, der war Kammermeister und Obervorsteher der Hohen Hospitäler in Haina und Merxhausen. Seine Tochter Christina heiratete 1622 Johann Wilhelm von Capella(n). Oberhofmarschall Joh. Wilh. von Capella(n) erhielt mit der Heirat einen Teil des Rittersitzes als Morgengabe. Den Rest des Schlossgutes erwarb er 1627. Johann Wilhelm von Capella(n) war aus Glaubensgründen - er hatte sich reformieren lassen - von Oberösterreich nach Preußen emigriert. Das Adelsgeschlecht derer von Capella(n) verwaltete den Ort Lüderbach 157 Jahre lang (bis 1779). Die Mutter des letzten Vertreters derer von Capella(n) hatte sich in Lüderbach als Wohltäterin einen Namen gemacht. Sie stiftete ein sogenanntes "Legatum" und ließ aus dessen Zinsen alljährlich zu Weihnachten die Armen des Dorfes bescheren. Nach ihrem Tod wurde die Verteilung durch ein Consilium (bestehend aus einem Legatsverwalter, einem Richter und einem ortsfremden Pfarrer) weitergeführt. Erst nach der Inflation 1923 endete der mildtätige Brauch. Der letzte Vertreter des Geschlechts war Adam Friedrich von Capella(n), ein geheimer Kriegsrat in den Diensten des Landgrafen Friedrich II. von Hessen. Da er unverheiratet und kinderlos war, starb am 25. Juli 1779 mit ihm das Geschlecht derer von Capella(n) aus. Adam Friedrich von Capella(n) wurde mit seiner Schwester Frederike von Cornberg in der - vor dem Dorf auf einem Hügel (dem sogenannten Kirchberg) liegenden - Grabpyramide beigesetzt. Seine Schwester war bereits am 25.1.1776 im Witwenhaus von Lüderbach gestorben. Nach dem Tode des letzten derer von Capella(n) ging das Schloss in den Besitz des Landgrafen von Hessen-Barchfeld-Philippsthal über (Sitz in Herleshausen). Nach dem 1. Weltkrieg kaufte es ein Hauptmann Koch, später (im Jahre 1954) die damals noch selbständige Gemeinde Lüderbach und die Raiffeisenkasse Lüderbach je zur Hälfte. Ein Großbrand, der im Sommer 1974 in der im oberen Geschoß befindlichen Gaststätte ausbrach, richtete große Schäden, vor allem im Inneren des Gebäudes sowie am Dach, an.
Das Schloss ist seit 1980 in Privatbesitz und wurde danach grundlegend restauriert.
Dorfgemeinschaftshäuser(DGH)
Es stehen 2 DGH´s zur Verfügung.
Evangelisches DGH, Eichenbergstraße 12 gegenüber dem Anger und der Kirche
bietet bis zu 50 Sitzplätze, sowie eine eigene Einbauküche, Abstellboden und 2 Toiletten.
Pilger auf dem Jakobusweg und Elisabethpfad finden hier eine mögliche einfache Übernachtungsherberge. Beide Pilgerwege führen direkt hier vorbei.
Das DGH “Alte Schule” , Altefelder Straße 3
bietet 2 Räume: Der kleine Saal mit bis zu 30 Sitzplätzen mit kleiner Einbauküche und 2 Toiletten.
Der große Saal bietet bis zu 100 Sitzplätze, große Spülküche und eigenen Thekenbereich.
2 Abstellräume, 3 Toilettenanlagen und eine Behindertentoilette. Der Zugang ist Behindertengerecht ausgestattet.
Im angrenzenden Feuerwehrgarten kann die Terrasse und der Grill mitgebucht werden. In diesen drei Räumlichkeiten bestehen auch die Möglichkeiten für Firmen:
durchzuführen.
Alle Räume eignen sich auch hervorragend für jede Art von Familienfeiern.
Ein Catering - Service kann Sie mit den Spezialitäten unserer Region beliefern und sorgt so für einen angenehmen Tagungsaufenthalt.
Preise, Anmeldungen, Buchungen und Reservierungen könne Sie unter:
Email: info-luederbach@t-online.de anfragen.
Außerdem sind das Feuerwehrgerätehaus, der Jugendraum und das Büro des Ortsvorstehers hier untergebracht, ebenso ein Vereinsraum. Die Räumlichkeiten für den Heimatverein befinden sich im Kellergeschoss.
Wanderkarte und Veranstaltungshinweise
-Info- Veranstaltungshinweise und Benachrichtungen
Das kleine Fachwerkhäuschen mit der Wanderkarte(rechts) und dem Infokasten(links) steht neben dem Postbriefkasten an der Ecke Altefelder Straße / Am Rain und beherbergte früher auch die Telefonzelle.
Spiel - und Festplatz
Mitten im Dorf gelegener zentraler Platz mit Spielgeräten für die Kinder mit Schaukeln, Sandkasten, Klettergerüst, Rutsche und Tischtennisplatte. Am linken Rand des Platzes stehen auch die Wertstoffbehälter für das Altglas. Der Platz grenzt an den Lüderbach, über den hier ein Holzsteg führt.
Der geschotterte, bachseitige Teil ist für das Kirmeszelt gedacht und ist am 1. Augustwochenende mit dem Festzelt bebaut. Dann wird in der überdachten Holzbude, nach dem Zeltaufbau zur Kirmes Mittwochs und dem Zeltabbau Dienstags, Brotzeit gemacht.
Der Wegweiser...
...steht an der Ecke Altefelder Straße / Eichenbergstraße auf der Betonbrücke über den Lüderbach. Hier sind alle Sehenswürdigkeiten, unsere Infrastruktur, die grobe Richtung und Entfernung angezeigt.
Sehenswertes ausserhalb des Ortes
Lüderbacher Grabpyramide

In der Pyramidengruft auf dem Kirchberg sind beigesetzt:
Adam Friedrich von Capella(n)
* 30.6.1702 + 25.6.1779 Friederica Catherina von Cornberg geb. von Capella(n) * 5.9.1707 + 24.1.1776 Adam Friedrich von Capella(n) war der letzte Vertreter des Geschlechts derer „von Capella(n)“, die ab dem Jahre 1627 hier im Lüderbacher Schloss residierten.
Da er unverheiratet und kinderlos war, starb mit ihm das Geschlecht „derer von Capella(n)“ in Lüderbach aus.
Adam Friedrich wurde mit seiner Schwester Friederica in der Grabpyramide - hier oben auf dem sogenannten Kirchberg - beigesetzt. Seine Schwester war bereits am 24.1.1776 im Witwenhaus von Lüderbach gestorben. Aufgrund eines am 12. Oktober 1778 verfügten Legatums (A.F. von Capella(n) hinterließ der damaligen Gemeinde Lüderbach zweckgebunden 200 Reichstaler) sollte die Grabpyramide „auf immerwährende Zeit“ von der Gemeinde Lüderbach erhalten werden. Nach der Erbauung mußte das Grabmal schon einige Male repariert werden, so auch 1937, nachdem es durch Blitzschlag bereits 1924 beschädigt wurde. Obwohl die im Jahre 1993 wieder aufgefundene Legatenkasse (sie galt lange Zeit als nicht mehr vorhanden) nur noch über einen geringen Betrag verfügte, hat die Gemeinde Ringgau durch Arbeiter des gemeindlichen Bauhofs und des Heimatvereins die Außenfassade des Denkmals rechtzeitig vor der in 1995 stattgefundenen 800-Jahr-Feier des Dorfes Lüderbach von Grund auf saniert sowie die beiden schon stark verwitterten Wappen von einem Steinbildhauermeister auf Gemeindekosten erneuern lassen.
Die an der Ostseite der Pyramide angebrachten Wappensteine zeigen:
linkes Wappen Jahreszahl 1776: Wappen „von Capella(n)
rechtes Doppelwappen mit der Zahl 1779: Wappen „von Cornberg“
Der Aussichtsturm
(Siehe auch OP India )
Übriggebliebenes Relikt aus dem “Kalten Krieg”. Betreten auf eigene Gefahr!
Ehemaliges Nato - Areal der US - Amerikaner.
Von hier hat man einen hervorragenden Ausblick auf die Umgebung.
Der Meissner im Westen, der Heldrastein im Norden, Ifta und Creuzburg im Osten und Altefeld im Süden.
Der Radweg Herkules - Wartburg
führt durch Lüderbach, ebenso der
Fernwanderweg X 5, Alpen - Ostsee,
und die beiden Pilgerwege
Elisabeth-Pfad
und
Jakobus-Weg
Das Baumkreuz, zwischen Lüderbach und Ifta entlang der Bundesstraße 7 und dem ehemaligen Grenzverlauf, liegt in etwa 2 km Entfernung in nordöstlicher Richtung auf Thüringer Boden.
Unweit vom Turm befindet sich auch das Grüne Band Thüringens das jetzige Naturareal auf dem ehemaligen Todesstreifen zwischen beiden deutschen Staaten von 1945 - 1989. Dieser Teil, des hier in der Region noch erhaltenen ehemaligen Kolonnenweges der Grenzer im Osten, lädt geradezu zum Wandern und zum Urlaub machen in unserer wunderschönen Region ein(siehe auch die Seite Links in der Navigationsleiste).
Naturdenkmal Lindenbaum
500 Jahre und mehr alt, südöstlich vom Ort an exponaler Stelle gelegen, siehe Hinweisschilder.
Jägerstein
Der Jägerstein, Gedenkstein für den Jäger des Schlossherrn, der hier 1714 auf ungeklärter Weise zu Tode kam. Liegt ausgeschildert im Waldstück Großer Eichenberg.
Leprakreuz
Das Leprakreuz, aus Stein gemeiseltes Kreuz. Wahrscheinlich ein Sühnekreuz, diente es als Wegemarkierung wo die Lüderbacher den Pestopfern der Kreuzzüge Essen hinterlegten!? Diese Annahmen sind leider nicht belegt.
Schutz - Wander - und Grillhütte “Auf der Fahne”
Nach Anmeldung beim Kegelverein ( Hüttenverwalter: Peter Möller Tel: 05659-1368), für rustikale Feiern angemietet werden kann. Hütte, Grill- und Toilettenanlage wurden ausschliesslich in Eigenleistung gebaut.
Die Anlage befindet sich westlich vom Dorf auf einem Hügel, der Weg ist ausgeschildert. Hier findet auch unser Osterfeuer am jeweiligen Ostersamstag statt.
Die Wetterfahne wurde von A. F. von Capella(n) um das Jahr 1750 gestiftet und ist in den Jahren 1910 und 1974 erneuert worden.
Um diese Wetterfahne entstand 1974 die Schutz - Wander - und Grillhütte,
©Fotos : R. Methe, ©Text: G. Meister und R. Methe
mit Auszügen aus der Ortschronik “800 Jahre Lüderbach” von Manfred Adam, 1995
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