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Die ehemalige Nato - Station der US - Amerikaner auf dem Sohlberg in der Gemarkung von Lüderbach,
unweit von der Demarkationslinie oder auch dem Eisernen Vorhang des geteilten Deutschland.
Einer von mehreren Beobachtungs- und Horchposten, die von 1965 -1990 während des Kalten Krieges in Deutschland unterhalten wurden. Sicherung und Beobachtung der hochgerüsteten Grenzanlage zwischen den verfeindeten Machtblöcken.
Aus der Sicht eines Ende der 1950 er Jahre Geborenen, waren die Amis das Normalste auf der Welt, die gehörten einfach dazu. Die innerdeutsche Grenze, da ging es halt nicht weiter und Zoll - und BGS - Streifen gehörten auch zur Tagesordnung. Das sogenannte Zonenrandgebiet mit all seinen Auswirkungen ist nun seit 1989 Vergangenheit, die Erinnerungen daran sind nicht mit Zorn oder erlebten Entbehrungen verbunden. Ich vergleiche die damalige Grenze eher mit einer Ortschaft an der See, da geht es auch in einer Richtung nicht weiter. Die Amis waren allgegenwärtig, sei es im Laufschritt durch den Ort mit Gesang oder als Streife, mal mit Jeeps oder auch mit Panzern. Die Bordsteine der Gehwege und die Gläser im Schrank im Haus wußten ein Lied davon zu singen. Kontakt zu den Amis hatte man in der damaligen Kneipe. Die ersten T-Shirts und Bohnen mit Speck, Weihnachten kam der Ami - Weihnachtsmann mit dem Jeep und brachte Süßigkeiten für die Kinder - das waren die Berührungspunkte mit den aus den USA zu uns gekommenen Besatzern. Der ständige Wechsel ließ aber keinen längeren Kontakt zu, wenngleich doch ein damaliger Koch im Camp (John Mc Phee), Mitglied im Lüderbacher Kegelverein war. Von den älteren Verwandten, die aus der Ostzone mal zu Besuch kamen, hörte man von den dortigen Besatzern, den Russen, nicht so viel Positives.
Eingesetzt war bei uns hier das US-3. Squadron 11th Armored Cavalry Regiment aus Bad Hersfeld, die Fulda unterstanden. Die Besatzung von OP India wechselte alle 2 - 3 Wochen. Dann wurde es laut in Lüderbach. Die gesamte Mannschaft und ihre Fahrzeuge (Jeeps, LKW´s und Panzer) kamen aus Bad Hersfeld und übernahmen die Liegenschaft in Lüderbach, vielmals auch nachts. Nach Übernahme / Übergabe rückte die abgelöste Mannschaft komplett wieder nach Bad Hersfeld ab. Diese Prozedur wurde über lange Zeit so beibehalten. Hubschrauberflüge mit Start´s und Landungen im Camp oder auch außerhalb, waren an der Tagesordnung.
Mit der Grenzöffnung und der Wiedervereinigung 1989 waren auch die Tage dieser Station gezählt. Sie wurde im Frühjahr 1990 geräumt und die zivilen Arbeiter / innen, auch aus Lüderbach, mussten sich um einen neuen Arbeitsplatz bemühen.
Die baulichen Anlagen wurden inzwischen zurückgebaut, die gesamte befestigte Fläche wurde entsiegelt, nur der Turm steht noch und wird als Aussichtsturm genutzt. Vandalen haben auch hier ein starkes Betätigungsfeld gefunden!?
Und wir, wir leben nun fast genau in der Mitte Deutschlands.
Eines steht allerdings auch fest: Die heute bekannten Informationen über den damaligen militärischen Zustand bei uns an der Grenze während des Kalten Krieges (cold war), und bekannt gewordene Begriffe wie Fulda - Gap, lassen einem auch heute noch so manche Gänsehaut bekommen.
(näheres auch in der Ortschronik “ 800 Jahre Lüderbach “ unter “ US-Militärstation auf dem Sohlberg “ von M. Adam
und unter der Homepage: Überwundene Grenze, die die Geschichte der Deutsch - Deutschen Grenze und ihrer direkt betroffenen Orte sehr ausführlich erläutert.)
Allen Interessierten möchte ich auch die Webseite TheDeitz aus den USA empfehlen. Der Webmaster beschäftigt sich mit der Kaserne in Bad Hersfeld( Mc Pheeters Barracks ) bis 1989, den Tätigkeiten der damaligen Soldaten, deren Umfeld und Erinnerungen an ihre Zeit in Deutschland (viele Photos).
Panzer - Streife im Ort Anfang der 1970 er
Kaffee - Pause der Servicekräfte von OP India
Die innerdeutsche Grenze, Sperranlagen, SM 70, Grenzsoldaten der ehemaligen NVA und ihre Fahrzeuge Ende 1970er
©Bilder mit Seltenheitswert:
Das Leben auf OP India, aufgenommen von Lynn Edwards (ehemaliger GI von der B Company, 2nd Bn. 67th Armor, Friedberg, FRG, war im April 1988 für 33 Tage für die 11th ACR auf OP India stationiert, da sich diese Einheit auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr aufhielt, zum Schießtraining ), bitte Urheberrechte beachten. Vielen Dank für die Fotos!
©alle Textteile und Bilder: R. Methe
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